La Stampa: Pictures Never Stop
Ein funkelnder Lotse in der ideologischen Kernschmelze unserer Tage.
Die Gentlemen der englischsprachigen Kunstschreibe Jan Verwoert und Jörg Heiser (frieze, afterall etc.) und ihre Third-Order Postpostpoppunk-Gruppe, erweitert um den tschechischen Sinuswellenguru Reznicek (Nova Huta/Groenland Orchester) an Klangerzeugern sowie den halbargentinischen Genfer Ex-Tennisprofi und Pianovirtuosen Thomas Hug am 11-Finger-Klavier.
Zusammengehalten wird das heterogene Charakterkonglomerat durch das bosnische Herz, den Balkanfilm-Impresario Jons Vukorep am Adrenalinschlagzeug. Nach zwei Jahren zwischen Transitproberäumen und Karaokeparties heißt es jetzt:
Bitte quer nach vorne raus, Dunkeltanzen war gestern! Kunstschwärmer stellen sich der Popkritik im Postpopwunderland!
Die Debütplatte im Glanz einer neuen Unverfrorenheit des Umgangs mit Sprachen, Barrieren, atomisierten Stilpartikeln, melodietrunkenem Glück und rhythmischem Kick, Songs, die leuchten. Tunes, Rhythmen, Reime über Stimmungen und Tatsachen. Elf Songs über Illusionen/Anti- Illusionen, Verzauberungen/Entzauberungen - Pictures Never Stop eben. Nennen wir es Popkubismus? Man weiß es nicht. Hoffnungslos wohlgemut, schamlos betrübt und in jedem Fall vorlaut. Der englische Kritiker Dan Fox sagt sie klingen - Achtung Referenzkürzel - wie eine Mischung aus Devo und Belle & Sebastian (während Labelchef Maurice Summen von hinten "F.S.K." ruft).
Produziert von Thies Mynther (Stella, Phantom/Ghost, Superpunk, Das Bierbeben), aufgenommen und gemischt mit Johann Scheerer im Cloudshill Recordings, Hamburg.